0 0

Tipps und Tricks

Mit einem Beutel und einem Schlauch kann man ja nicht viel falsch machen? Nunja, ein par Dinge sollte man schon beachten. Nachfolgend ein par Tipps rund um heiße und kalte Getränke, Hygiene, Gesundheit und Auslaufschutz.

Heisse und kalte Getränke

Alle Trinkblasen sind aus einer Art Kunststoff, und damit Temperaturempfindlich. Grundsätzlich gilt: Fülle nichts heißes rein, außer der Hersteller wirbt explizit damit dass das in Ordnung geht. Trinkwarme Getränke um die 45°C sind in Ordnung, kochende nicht. Ein Trinkbeutel ist keine Thermoflasche.

Vermeide in der Lagerung extreme Kälten. Friere die Blasen nicht mit Inhalt ein. Die sich ausdehnende Flüssigkeit könte sie verformen oder zum platzen bringen. Das bedeutet insbesondere, dass du beim Skifahren und Snowboarden morgens lieber etwas wärmere Getränke einfüllst und den Beutel z.B. in eine Gefriertüte aus der Tiefkühlabteilung verpackst. (Jepp, die können Kälte auch draußen halten.)

Deshalb wird auch empfohlen unter dem Gefrierpunkt Trinkbeutel nur zur Hälfte zu Befüllen. Der Trinkschlauch ist dabei weiterhin der Kälte ausgesetzt, jedoch ist das Biss-Ventil in der Regel nicht dicht genug um ein Bersten des Schlauches zu ermöglichen.

Der MSR Dromlite widersteht extremen Temperaturen - heiß wie kalt. Tiefkühlen ist kein Problem, so lange der Beutel nicht komplett voll ist und das Eis Platz zum Ausdehnen hat. Auch beinahe kochende Getränke hält er aus, was ihn Nachts zu einer Wärmflasche im Schlafsack macht. Diese Eigenschaft verdankt er dem schweren aber widerstandsfähigen Nylon-Gewebe. Alle anderen Trinksysteme würde da das Zeitliche segnen.

Trinksack unter Druck: Sprudel.

Manche Trinksysteme lassen sich unter Druck setzen, also aufpumpen. Hier fließt das Wasser sobald man auf´s Ventil am Mundstück beisst. Bei anderen muss man erst kräftig saugen. Wer, wie ich, aus Gewichtsgründen keine aufpumpbare Lösung wählt, kann dennoch Druck erin bekommen: Füllt einfach mit Sprudel gemischtes Leitungswasser (Mischverhältnis 1:1) ein. So könnt ihr z.B. viel bequemer unter einem Helm trinken, oder das Ventil mit den Fingern frei geben und somit eine Tasse befüllen oder eure Hände waschen. Aber vorsicht: Nehmt ihr puren Sprudel, dürfte der Druck zu groß werden und ihr werdet nass. (Oder stellt Abends fest dass der Schlafsack durchnässt ist... War eine unbequeme Nacht.) Auch wird das Wasser dann hin-und-her-schwappen, also macht das nicht beim Klettern.



Trinkblase macht Bäuerchen - die richtige Entlüftung.

Wenn man das erste Mal einen Trinksack dabei hat ist es recht nervig: Das Wasser schwappt auf dem Rücken hin und her, und aus dem Mundstück will kaum etwas rauskommen. Das Problem: Luft im System. Ganz nebenbei ist der Trinksack auch noch unnötig groß. Kein Wunder, dass erfahrene Nutzer nach dem Befüllen immer entlüften. Stellt dazu den Trinksack auf den Kopf, so dass der Trinkschlauch oben ansetzt. Saugt dann daran, bis Wasser kommt. Fertig.

Reinigung und Pflege

Jede Trinkblase muss regelmäßig und richtig gereinigt werden, um Kalk, Bakterien- und sogar Algenwachstum zu verhindern. Die wenigsten Trinksysteme sind Spülmaschinentauglich, in jedem Fall ist die manuelle Reinigung gründlicher und schonender.

Jedes Hydrationssystem muss an 3 Stellen gereinigt werden: Dem Wasserbeutel, dem Schlauch, und dem Mundstück.

Wenn ihr euren Beutel nur mit Wasser befüllt habt ihr es deutlich leichter als mit zuckerhaltigen Getränken. Füllt ihr nur Wasser ein, könnt ihr den Beutel einfach mit einem kräftigen Wasserstrahl ausspülen, den Schlauch durchspülen, und danach beides zum Trocknen hinhängen. Der Camelback hat eine eingebaute Trockner-Hilfe, die den Beutel geöffnet hält. Bei anderen Getränken greift ihr zu Spülmittel und Schwamm oder Küchenpapier. Beim Schwamm nutzt ihr die gelbe, weiche Seite! Das Mundstück solltet ihr auf jeden Fall alle par Nutzungstage kräftig reinigen. Da man oft auf die Mundstücke beissen muss um ein Ventil zu öffnen, und sich Keime in den dadurch entstehenden Rillen besonders absetzen, tausche ich die Mundstücke alle par Jahre mal aus.

Reinigung des Wasser-Reservoirs

Benutzt Spülmittel oder milde Seife. Ist die Blase als spülmaschinenfest ausgewiesen, nutzt die niedrigste Temperatureinstellung. Dreht es auf links (also stülpt das Innere nach Außen).

Nutzt gelegentlich die Reinigungstabletten der Trinksystem-Hersteller.

Unterwegs füllt ihr die Blase mit Wasser und einer biologisch abbaubaren Seife, schüttelt es kräftig, lässt die Flüssigkeit durch den Schlauch ablaufen, spült nach, und lasst das ganze in direktem Sonnenlicht trocknen. Das UV-Licht schadet zwar langfristig den Kunststoffen etwas, kurzfristig schadet es aber Bakterien und Algen deutlich mehr.

Dann kommt der wichtigste Reinigungs-Schritt: Lasst den Trinkbeutel vollständig trocknen. Dabei hilft es, einen Handtuch o.Ä. hinein zu stecken, damit es nicht zusammen klebt.

Reinigung des Trinkschlauchs

Lasst nach dem Gebrauch keine Flüssigkeit im Schlauch. Pustet dazu einmal rein. Befüllt ihr nur Trinkwasser, reicht das meisstens schon aus. Bei anderen Getränken müsst ihr spätestens jeden 2. Tag im Sommer und jeden 3. Tag im Winter zu Seife oder Spüli greifen. Es gibt auch lange Bürsten (kennt ihr noch Opas Pfeiffenreiniger?), die ich aber nur bei den Rucksäcken der Kinder benutze. (Sicher ist sicher). Das CamelBak Antidote Reinigungsset sollte mit praktisch allen Trinksystemen kompatibel sein.

Reinigung des Mundstückes

Zugegeben, das vergesse ich auch gerne mal - bis es irgendwann "komisch" schmeckt. Klar, man kann sie oft abnehmen, außeinander bauen, spezielle Bürsten benutzen... all das solltet ihr auch machen, wenn ihr Zuckerhaltige Getränke einfüllt. Wer, wie ich, nur Wasser im Trinkbeutel hat, hat es leichter: Spüli, Wasserstrahl, gut ist. Und eben alle 3 Jahre komplett für ein paar Euro austauschen.

Weitere Tipps direkt vom Hersteller

Camelbak führt einige sehr hilfreiche Ratschläge auf (etwa die Warnung davor, Trinksäcke in die Mikrowelle zu stecken). Hier sind alle Tipps und die Pflegeanleitung, die auch auf die meisten anderen Bladder-Hersteller anwendbar sind.